Civitype FG

1557 schuf der Kupferstecher Robert Granjon die Schriftart „Civilité“. Sie ahmt die handgeschriebene französi­sche Cursiva der Renaissance-Zeit nach. Stephen G. Moye veröffent­lichte 1991 seine Variante der Civilité als „Public Domain“-Schrift (urheberrechtsfrei). Sie enthielt eine Reihe von Zierbuchstaben, unter anderem ein „s“ mit Schnörkel auf dem „ß“ – für den Gebrauch im Deutschen etwas unpraktisch.

Da die Schrift freigegeben war, entwarf ich mein eigenes „ß“. Das Schnörkel-s mußte auf einen anderen Platz. Und so fing es an. Ich bemerkte, daß die Zeichenfolge „ld“ unschön wirkte, und baute ein neues „d“. Das alte wurde auf einen Ausweichplatz verlegt. So hatte es schon Moye mit seinen Buchstabenvarianten gemacht. Mir fiel auf, daß das „w“ einen Schnörkel hatte, der im Wortinneren nicht paßte. Also mußte ein einfacheres her, das Schnörkel-w wurde verlegt.

Um es kurz zu machen: Es gibt jetzt viele Varianten auf anderen Zeichen, wo sie eigentlich nicht hin­gehören. Häufig sind sie auf den Großbuchstaben mit Akzent zu finden. Damals, als Unicode sich noch nicht wirklich durchgesetzt hatte, ein akzeptabler Kompromiß. Bei der Revision meiner Schriftarten 2013 habe ich den Aufwand gescheut, daran etwas grundsätzlich zu ändern. You get what you pay for ;-)

Download

 
 

Civitype FG ist Freeware für privaten und gewerblichen Einsatz, aber anders als sein Urahn nicht Public Domain. Das heißt, es gelten die hier üblichen Beschränkungen für die Weitergabe und Weiterver­öffentlichung im Netz, wie sie auch in der Beschreibungsdatei der Schrift festgehalten sind.