Frakturschriften

„Fraktur reden“ – Ältere kennen diese Redensart noch für klare, ja drastische Worte im Gegensatz zu verklausulierter Sprache, die ihren Sinn hinter vielen Fremdwörtern verbirgt.

Der Ausdruck geht zurück auf die Gepflogenheit, deutsche Texte in Fraktur zu setzen, Fachtexte und wissenschaftliche Abhandlungen auf Latein dagegen in der (heute üblichen) Antiqua.

In Deutschland war das üblich, bis 1941 Hitler die gebrochenen Schriften offiziell aus dem Verkehr ziehen ließ. In der Folge wurden viele Bleisatz-Garnituren in Fraktur von den Druckereien einge­schmolzen. Von diesem Kahlschlag hat sich die gebrochene Schrift nach dem Krieg nicht mehr erholt.

Als Verkehrsschrift hat die Fraktur heute auch im deutschsprachigen Raum ausgedient. Aber bei besonderen Anlässen kann sie immer noch zur Zierde dienen. Die Fontgrube-Sammlung von Fraktur­schriften ist noch im Aufbau. Sie will nicht das Rad der Geschichte zurückdrehen und die Fraktur wieder zur deutschen „Normalschrift“ machen. Es sind Schriften für Liebhaber und solche, die es werden könnten.

Über die Besonderheiten des Frakurschreibens und ihre Umsetzung in unseren Schriftarten informiert eine eigene Seite. Das Ligaturensystem des späten 19. Jahrhunderts komplett abzubilden erschien uns zu dogmatisch. Uns ist klar, daß wir damit manche Puristen enttäuschen.

Fraktur wird hier übrigens umgangssprachlich verwendet als Überbegriff für die „gebrochenen Schriften“, die mit der Gotik des 12. Jahrhunderts aufkommen: die gotische „Textur“, die Rotunda und die „eigent­liche“ Fraktur ab dem 16. Jahrhundert.

Unsere bisher erschienenen Frakturschriften:

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»Hinweise zur Behandlung von Sonderzeichen in Fontgrube-Frakturschriften